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B2B Demand Generation Funnel: So baust du einen Funnel, der wirklich Nachfrage erzeugt

Tom
Tom
12. März 2026 · 13 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was Demand Generation von Lead Generation unterscheidet
  3. Warum 61 % des Kaufprozesses bereits vorbei sind, bevor du kontaktiert wirst
  4. Die drei Phasen des Demand-Gen-Funnels
  5. Phase 1: Problem-Awareness – das Problem klar machen
  6. Phase 2: Solution Education – den Lösungsweg zeigen
  7. Phase 3: Product Fit – das Produkt als logische Konsequenz
  8. Content-Formate für jede Phase – was trägt und was nicht
  9. Jobs-to-be-done statt Personas: Zielgruppen-Research, der funktioniert
  10. So richtest du den Demand-Gen-Funnel in ActiveCampaign ein
  11. Schritt 1: Tagging-System mit drei Dimensionen
  12. Schritt 2: Lead-Scoring-Modell konfigurieren
  13. Schritt 3: Drei Kern-Automationen aufsetzen
  14. Wie du die Phase-Progression misst
  15. Wann Demand Generation nicht der richtige Ansatz ist
  16. Typische Fehler und ihr Gegenmittel
  17. Zu früh zum Produkt wechseln
  18. Gated Content in Phase 1
  19. Lead Scoring, das nur Aktivität misst
  20. Fehlende Übergabe an den Vertrieb mit Kontext
  21. Häufige Fragen
  22. Wie lange dauert es, bis ein Demand-Gen-Funnel messbare Ergebnisse liefert?
  23. Muss ich Phase-1-Content vollständig ohne Gate veröffentlichen?
  24. Wie unterscheidet sich Demand Generation im DACH-Raum von US-amerikanischen Vorbildern?
  25. Welche Inhalte funktionieren in Phase 2 am besten für B2B-Softwareunternehmen?

Ein B2B-Demand-Generation-Funnel erzeugt Nachfrage in drei Phasen: das Problem sichtbar machen, einen Lösungsweg verankern und das Produkt als logische Konsequenz positionieren. Das Ziel ist kein Formular-Ausfüller, sondern ein Käufer, der bereits überzeugt ist, bevor er sich meldet. Dieser Beitrag zeigt, wie du das mit ActiveCampaign konkret aufbaust und misst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Demand Generation zielt darauf ab, Kaufbereitschaft zu erzeugen – lange bevor jemand aktiv nach deiner Lösung sucht.
  • Laut 6sense Buyer Experience Report 2026 sind Kaufentscheidungen zu 61 % getroffen, bevor Anbieter erstmals kontaktiert werden.
  • Der Funnel hat drei Phasen: Problem-Awareness, Solution Education, Product Fit – jede Phase braucht eigene Inhalte und Automationen.
  • ActiveCampaign bildet den technischen Kern: Site Tracking, Lead Scoring und Behavior-Automationen steuern, wann welcher Kontakt welche Inhalte erhält.
  • Die entscheidende Metrik ist nicht die Lead-Zahl, sondern die Phase-Progression: Wie viele Kontakte bewegen sich von Phase 1 nach Phase 3?

Was Demand Generation von Lead Generation unterscheidet

Lead Generation und Demand Generation werden im B2B-Marketing häufig gleichgesetzt. Das ist ein teurer Fehler, weil beide Ansätze grundlegend andere Aktivitäten, Metriken und Investitionslogiken verlangen.

Bei Lead Generation ist das Ziel ein Kontaktdatensatz. Du bietest ein Whitepaper, einen Webinar-Platz oder ein kostenloses Audit an – und bekommst dafür eine E-Mail-Adresse. Der Nachteil: Wer seine Kontaktdaten gibt, hat noch kein Kaufinteresse signalisiert. Er wollte das Whitepaper. Ob er jemals kauft, ist offen.

Demand Generation funktioniert umgekehrt. Du investierst zuerst in Inhalte und Sichtbarkeit, ohne sofort etwas zu verlangen. Das Ziel ist, dass potenzielle Käufer dein Unternehmen, dein Framework und deinen Ansatz kennen – bevor sie überhaupt einen Anbietervergleich starten. Wenn der Kaufprozess dann beginnt, bist du bereits auf der Shortlist.

Kriterium

Lead Generation

Demand Generation

Primäres Ziel

Kontaktdatensatz

Kaufbereitschaft erzeugen

Zeitrahmen

Kurzfristig (sofortiger Lead)

Mittelfristig (3–12 Monate)

Wichtigste Metrik

Anzahl MQLs

Phase-Progression, Pipeline-Qualität

Content-Ansatz

Gated Assets (Download gegen E-Mail)

Ungated Thought Leadership

Vertriebsübergabe

Früh, oft mit geringer Abschlussrate

Später, aber deutlich höhere Qualität

In der Praxis ergänzen sich beide Ansätze. Demand Generation füllt das obere Drittel des Funnels mit warmen Interessenten; Lead Generation verwandelt diese Interessenten an den richtigen Punkten in Kontakte. Wer ausschließlich Lead Generation betreibt, kämpft dauerhaft um Formular-Conversions, ohne dass echte Nachfrage aufgebaut wird.

Warum 61 % des Kaufprozesses bereits vorbei sind, bevor du kontaktiert wirst

Laut 6sense Buyer Experience Report 2026 tritt der erste Kontakt zu einem Anbieter erst auf, wenn die Kaufentscheidung zu 61 % bereits gefallen ist. Gleichzeitig gilt: Wer beim Start der aktiven Suche nicht auf der Shortlist eines Unternehmens steht, kommt in der Regel nicht mehr hinein. Das bedeutet: Wer in dem Moment, in dem ein Unternehmen anfängt zu suchen, noch nicht bekannt ist, hat die Wahl bereits verloren.

Das ist der Kern des Demand-Generation-Gedankens. Du willst in den 39 % sichtbar sein, die noch vor dem ersten Anbieter-Gespräch liegen. Das gelingt nur, wenn du konsequent Inhalte zum Problem produzierst – nicht zur Lösung. Denn in dieser frühen Phase suchen potenzielle Käufer nach Problemverständnis, nicht nach Produkten.

Für den DACH-Raum gilt dieselbe Grundlogik, mit einer Besonderheit: B2B-Kaufprozesse sind hier oft länger, das Buying Committee größer, und Vertrauen wird stärker über Referenzen und inhaltliche Glaubwürdigkeit aufgebaut als über Feature-Listen. Das macht frühzeitige Sichtbarkeit im richtigen Kanal noch wertvoller.

Die drei Phasen des Demand-Gen-Funnels

Ein B2B-Demand-Generation-Funnel besteht aus drei aufeinander aufbauenden Phasen. Jede Phase hat eine andere Aufgabe und braucht andere Inhalte, andere Metriken und eine andere Automation-Logik in ActiveCampaign. Die Phasen sind nicht zeitlich fest getaktet – ein Kontakt kann Phase 1 in zwei Wochen durchlaufen oder in vier Monaten, je nach Dringlichkeit des Problems.

Phase 1: Problem-Awareness – das Problem klar machen

In Phase 1 geht es nicht darum, dein Produkt oder deinen Ansatz vorzustellen. Du zeigst deiner Zielgruppe ein Problem, das sie möglicherweise noch nicht klar benennen kann – oder das sie unterschätzt. Das Ziel dieser Phase ist Erkenntnisgewinn, nicht Conversion. Du gibst etwas weg, ohne sofort etwas zu verlangen.

Typische Formate für Phase 1 sind Fachbeiträge, die ein konkretes Symptom beim Namen nennen, Trendanalysen, die zeigen, warum ein bisher akzeptierter Zustand problematisch ist, und Benchmark-Daten, die Orientierung geben. Entscheidend ist: Du gibst diese Inhalte ungated heraus. Wer Content zum Problem hinter einem Formular versteckt, bremst genau das aus, was Nachfrage aufbauen soll.

In ActiveCampaign erkennst du Phase-1-Kontakte an ihrem Site-Tracking-Verhalten: Sie lesen problemfokussierte Inhalte vollständig, kehren mehrfach zurück, teilen aber noch keine Kontaktdaten. Das ist das Signal, das du trackst – nicht die Formular-Conversion. Ein Kontakt, der dreimal auf denselben Problembereich zurückkommt, hat höhere Priorität als einer, der einmal ein Formular ausgefüllt hat.

Phase 2: Solution Education – den Lösungsweg zeigen

In Phase 2 weiß dein potenzieller Käufer, dass er ein Problem hat. Jetzt ist er bereit, Lösungsansätze zu verstehen. Hier positionierst du dich als der Anbieter, der den besten Lösungsweg kennt – noch ohne dein Produkt in den Vordergrund zu stellen.

Das Werkzeug dieser Phase sind Frameworks, Methoden und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Du erklärst, wie man das Problem grundsätzlich adressiert. Wer dein Framework verinnerlicht hat, denkt beim nächsten Schritt automatisch in deinen Kategorien. Das ist Positioning durch Bildung – und es wirkt dauerhafter als jede Produktpräsentation.

In ActiveCampaign werden Phase-2-Kontakte durch ihr Engagement mit Solution-Content identifiziert: Guides vollständig gelesen, Webinare besucht, Inhalte mehrfach abgerufen. Das Lead-Scoring-Modell gewichtet diese Aktionen höher als Phase-1-Engagements. Ein Kontakt, der deinen Framework-Artikel bis zum Ende gelesen hat, ist wertvoller als einer, der zwanzig Problem-Awareness-Stücke angetippt hat.

Phase 3: Product Fit – das Produkt als logische Konsequenz

In Phase 3 hat dein Käufer das Problem verstanden und einen Lösungsweg internalisiert. Jetzt ist der Moment, in dem du zeigst, wie dein Produkt oder deine Dienstleistung diesen Lösungsweg konkret umsetzt. Die Kaufbereitschaft ist hoch, weil der Käufer bereits überzeugt ist – nicht von deinem Produkt, sondern von dem Ansatz, den dein Produkt ermöglicht.

Formate für Phase 3 sind produktfokussierte Case Studies mit messbaren Ergebnissen, Demo-Inhalte und Vergleiche mit alternativen Umsetzungswegen. Der Unterschied zur klassischen Vertriebskommunikation: Du erklärst nicht, was das Produkt kann, sondern wie es den Weg umsetzt, den der Käufer bereits als richtig erkannt hat. Das verändert die Tonlage des Gesprächs grundlegend.

Content-Formate für jede Phase – was trägt und was nicht

Die Wahl des richtigen Formats hängt davon ab, in welcher Phase sich ein Kontakt befindet. Ein Case Study, der zu früh kommt, erzeugt keine Nachfrage. Ein Problemanalyse-Artikel, der in Phase 3 verschickt wird, irritiert eher, als dass er konvertiert. Deshalb ist die Zuordnung von Content zu Phasen kein Detail, sondern Kernstrategie.

  • Phase 1 (Problem-Awareness): Fachbeiträge zu konkreten Symptomen, Trendanalysen, Benchmark-Vergleiche, Podcast-Episoden mit Problem-Framing – alles ungated, breit verteilt, auf Suchbegriffe rund um das Problem optimiert.
  • Phase 2 (Solution Education): How-to-Guides mit eigenem Framework-Namen, Webinare mit Methodenfokus, E-Mail-Kurse, die jeden Schritt einzeln erklären, ohne das Produkt zu nennen.
  • Phase 3 (Product Fit): Produktfokussierte Case Studies mit konkreten, nachvollziehbaren Ergebnissen, Live-Demos, Vergleichsseiten, die alternative Umsetzungswege gegenüberstellen.

Was regelmäßig nicht trägt: Whitepapers, die alle drei Phasen gleichzeitig bedienen wollen und dadurch keine von ihnen wirklich erfüllen. Und Content, der zu früh das Produkt einführt, bevor das Problem als dringend gilt. Wer das Produkt in Phase-1-Content erwähnt, verliert genau die Leser, die noch am Anfang ihrer Buyer Journey sind und noch keine Kaufabsicht haben.

Ein häufiges Missverständnis: Phase-2-Content muss nicht zwingend anonym bleiben. Du kannst durchaus schreiben, wer den Framework entwickelt hat und warum – das ist Autorschaft, kein Pitch. Was du vermeidest, ist der Satz "Unser Tool macht genau das". Der kommt eine Phase später.

Jobs-to-be-done statt Personas: Zielgruppen-Research, der funktioniert

Die meisten B2B-Marketing-Teams arbeiten mit Personas. Das Problem mit Personas ist, dass sie beschreiben, wer jemand ist – aber nicht, was ihn in diesem Moment antreibt. Das Jobs-to-be-done-Framework denkt anders: Es fragt nicht "Wer ist der Käufer?", sondern "Welchen Fortschritt will er erzielen, und was hält ihn davon ab?"

Für einen Demand-Gen-Funnel brauchst du Antworten auf vier Fragen: Welchen Fortschritt will deine Zielgruppe erzielen? Was verhindert diesen Fortschritt aktuell? Welche Workarounds nutzt sie bereits? Und was wäre konkret anders, wenn das Problem gelöst wäre? Diese Antworten bekommst du nicht aus Marktforschungsberichten, sondern aus direkten Gesprächen.

Gesprächspartner für diese Research-Phase im DACH-Raum sind: bestehende Kunden, die kurz vor dem Kauf standen und den Auslöser beschreiben können; Interessenten, die sich gegen dich entschieden haben und die Gründe kennen; und Vertriebsmitarbeiter, die Einwände täglich hören. Aus diesen Gesprächen entsteht das Problem-Vokabular – die genauen Worte, mit denen deine Zielgruppe ihr Problem beschreibt. Dieses Vokabular ist direktes Rohmaterial für deinen Phase-1-Content.

Konkrete Einstiegsfragen für Kundeninterviews im B2B-Bereich:

  • Was hat bei dir dazu geführt, dass du angefangen hast, nach einer Möglichkeit zu suchen, dieses Problem zu lösen?
  • Was hast du vorher gemacht, um damit umzugehen – und warum hat das nicht mehr gereicht?
  • Was wäre für dich das konkrete Zeichen, dass das Problem gelöst ist?

Diese Antworten fließen direkt in das Tag-System in ActiveCampaign. Jeder Problem-Tag entspricht einem spezifischen Job-to-be-done deiner Zielgruppe. Wenn ein Kontakt Phase-1-Content zu einem bestimmten Problem-Tag konsumiert, bekommt er Folge-Inhalte, die seinen spezifischen Fortschritt weiterbringen – und nicht generischen Nurture-Content, der am Problem vorbeizielt.

So richtest du den Demand-Gen-Funnel in ActiveCampaign ein

Das folgende Setup hat drei Bestandteile: ein konsistentes Tagging-System, ein Lead-Scoring-Modell, das Phasenzugehörigkeit widerspiegelt, und drei Haupt-Automationen. Die Einrichtung dauert je nach bestehender Konto-Struktur zwischen zwei und vier Stunden.

Schritt 1: Tagging-System mit drei Dimensionen

Bevor du Automationen erstellst, brauchst du ein Tagging-System. Diese drei Dimensionen sind die Grundlage für alle Segmentierungen und Automations-Trigger:

  • Problem-Tags: Welches Kernproblem beschäftigt den Kontakt? Beispiel: "Problem_Fluktuation", "Problem_RecruitingKosten". Wird durch Site-Tracking oder Formular-Auswahl gesetzt.
  • Phase-Tags: In welcher Funnel-Phase befindet sich der Kontakt? "Phase_1", "Phase_2", "Phase_3". Wird durch Lead-Scoring-Schwellenwerte ausgelöst.
  • Engagement-Tags: Wie aktiv ist der Kontakt? "Engagement_hoch", "Engagement_mittel", "Engagement_niedrig". Wird wöchentlich durch eine Bewertungs-Automation aktualisiert.

Schritt 2: Lead-Scoring-Modell konfigurieren

Das Scoring-Modell muss Phasenzugehörigkeit widerspiegeln, nicht nur Aktivität. Ein Kontakt, der zwanzig Phase-1-Artikel liest, ist kein besserer Käufer als einer, der es zweimal liest – er ist nur informierter über das Problem. Das Modell gewichtet deshalb Phase-Signale höher als bloße Häufigkeit:

  • +5 Punkte: Problem-Content gelesen (Phase-1-Signal)
  • +10 Punkte: Solution-Content gelesen oder Webinar besucht (Phase-2-Signal)
  • +20 Punkte: Product-Content gelesen, Demo-Seite besucht oder Preisinfo abgerufen (Phase-3-Signal)
  • +15 Punkte: E-Mail-Kurs oder mehrteilige Sequenz vollständig abgeschlossen
  • −5 Punkte: Keine Aktivität in 30 Tagen

Schwellenwerte für die Phase-Tags: 0–20 Punkte ergibt Phase_1, 21–50 Punkte ergibt Phase_2, ab 51 Punkte ergibt Phase_3. Diese Werte passt du nach den ersten 60 Tagen an, wenn du siehst, wie schnell sich deine Zielgruppe tatsächlich durch den Funnel bewegt.

Schritt 3: Drei Kern-Automationen aufsetzen

  1. Problem-Nurturing-Automation: Automationen → Neu erstellen → Trigger: Tag wird gesetzt ("Phase_1") → 3-teilige E-Mail-Sequenz mit Problem-Content, jeweils 3 Tage Abstand → letzter Schritt: Wenn-Bedingung prüfen, ob Solution-Content bereits gelesen wurde → bei Ja: Phase_2-Tag setzen.
  2. Solution-Education-Automation: Trigger: Lead-Score erreicht 21 Punkte oder Tag "Phase_2" wird gesetzt → Sequenz aus Framework-Inhalten und Methodenbeiträgen, 5–7 Tage Abstand → Ziel: Phase_3-Tag auslösen, wenn Score 51 überschritten wird.
  3. Product-Qualifizierungs-Automation: Trigger: Lead-Score ab 51 oder Tag "Phase_3" → CRM-Notiz für den Vertrieb mit Problem-Tag und den letzten besuchten Seiten → optionale Demo-Einladung, wenn der Kontakt die Demo-Seite besucht hat.

Wie du die Phase-Progression misst

Die Phase-Progression ist die wichtigste Kennzahl eines Demand-Gen-Funnels – wichtiger als die absolute Lead-Zahl. Sie zeigt, ob dein Content tatsächlich Nachfrage aufbaut oder nur Neugier erzeugt.

In ActiveCampaign misst du die Phase-Progression über benutzerdefinierte Felder und Berichte. Lege für jeden Kontakt ein Custom Field "Funnel-Phase" an, das bei jedem Phase-Tag-Wechsel automatisch aktualisiert wird. Dann kannst du monatlich auswerten: Wie viele Kontakte haben Phase 1 verlassen? Wie viele sind in Phase 3 angekommen? Wie lange dauert der Durchschnitt von Phase 1 zu Phase 3?

Die Conversion von Phase 1 auf Phase 2 liegt erfahrungsgemäß deutlich unter der Hälfte; die von Phase 2 auf Phase 3 nochmals darunter. Diese Relationen hängen stark vom Kaufzyklus und der Content-Qualität ab – kein Funnel gleicht dem anderen, und die eigene Entwicklung zeigt sich erst nach mehreren Monaten Laufzeit.

Neben der Phase-Progression solltest du drei weitere Kennzahlen tracken:

  • Time-to-Phase-3: Wie viele Tage vergehen durchschnittlich, bis ein Kontakt Phase 3 erreicht? Diese Zahl zeigt, ob deine Content-Sequenz zu langsam oder zu aggressiv ist.
  • Phase-3-Abschlussrate: Wie viele Phase-3-Kontakte werden tatsächlich zu Kunden? Wenn diese Rate niedrig ist, liegt das Problem häufig in der Vertriebsübergabe, nicht im Funnel selbst.
  • Problem-Tag-Verteilung: Welche Problem-Tags dominieren? Das zeigt, welches Problem-Framing deine Zielgruppe am stärksten anspricht – und wo du mehr Phase-1-Content investieren solltest.

Wann Demand Generation nicht der richtige Ansatz ist

Demand Generation ist kein universeller Ansatz. Er passt nicht, wenn der Kaufzyklus unter 30 Tagen liegt und Käufer transaktional entscheiden – dann ist eine starke Lead-Capture-Strategie mit direktem Angebot schneller wirksam. Er passt nicht, wenn das Produkt so erklärungsbedürftig ist, dass Interessenten ohne persönliches Gespräch nicht entscheiden können. Und er passt nicht, wenn das Budget fehlt, 6–12 Monate in Content ohne sofortige Conversion zu investieren.

Im DACH-B2B-Markt funktioniert Demand Generation besonders gut bei Produkten und Dienstleistungen, deren Kaufzyklus 3 Monate oder länger dauert, bei denen mehrere Entscheider beteiligt sind und bei denen das Problem von potenziellen Käufern noch nicht klar als solches wahrgenommen wird. Wenn keines dieser Kriterien zutrifft, ist ein direkterer Lead-Nurturing-Prozess mit früher Sales-Übergabe oft der schnellere Weg zu ersten Abschlüssen.

Typische Fehler und ihr Gegenmittel

Zu früh zum Produkt wechseln

Das Produkt wird erwähnt, bevor das Problem klar ist. Der Kontakt versteht nicht, warum er es braucht, weil das Problem noch nicht als dringend gilt. Gegenmittel: Prüfe bei jedem Phase-1-Stück, ob der Name deines Produkts oder deiner Dienstleistung darin vorkommt. Wenn ja, streiche ihn oder formuliere den Abschnitt ohne Produktnennung neu.

Gated Content in Phase 1

Das Whitepaper, das das Problem erklärt, steckt hinter einem Formular. Das bremst genau die Inhalte aus, die Nachfrage aufbauen sollen. Gated Content macht in Phase 2 und Phase 3 Sinn – dort ist die Bereitschaft gegeben, Kontaktdaten gegen konkreten Mehrwert zu tauschen. In Phase 1 senkst du damit die Reichweite deiner besten Problem-Inhalte, ohne nennenswerte Lead-Qualität zu gewinnen.

Lead Scoring, das nur Aktivität misst

Ein Score, der für jeden Klick Punkte addiert, misst Neugier – nicht Kaufbereitschaft. Kontakte, die dreißig Phase-1-Artikel lesen, sind neugierig, nicht kaufbereit. Das Scoring muss Phasensignale auswerten: Wer Phase-2- und Phase-3-Content konsumiert, verdient mehr Punkte als jemand, der ausschließlich Problem-Content liest.

Fehlende Übergabe an den Vertrieb mit Kontext

Phase-3-Kontakte werden an den Vertrieb weitergegeben, ohne dass der Vertrieb weiß, welches Problem den Kontakt beschäftigt und welche Inhalte er gelesen hat. Das Gegenmittel in ActiveCampaign: CRM-Notiz mit Problem-Tag, Phase-Tag und den letzten drei besuchten Seiten automatisch beim Übergabe-Trigger einfügen. Der Vertrieb startet das Gespräch mit Kontext statt mit einem generischen Einstieg.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein Demand-Gen-Funnel messbare Ergebnisse liefert?

Ein realistischer Zeitrahmen ist 6–9 Monate bis zur ersten Kohorten-Analyse. Die ersten Phasen-Bewegungen – Kontakte, die von Phase 1 nach Phase 2 wechseln – werden nach 60–90 Tagen sichtbar. Pipeline-Auswirkungen zeigen sich typischerweise nach dem dritten bis vierten Monat, wenn die ersten Phase-3-Übergaben an den Vertrieb stattfinden und Abschlüsse reifen. Wer nach 30 Tagen keine Ergebnisse sieht, bricht zu früh ab.

Muss ich Phase-1-Content vollständig ohne Gate veröffentlichen?

Nicht zwingend, aber empfohlen. Ungated Problem-Content wird stärker geteilt, kann von Suchmaschinen indexiert werden und erreicht Käufer, die noch nicht in deinem CRM sind. Wenn du eine E-Mail-Adresse verlangst, prüfe sorgfältig: Biete ein Gate nur dann an, wenn der Inhalt bereits in Phase 2 einzahlt – also wenn das Problem bereits klar ist und der nächste Schritt einen konkreten Mehrwert bietet.

Wie unterscheidet sich Demand Generation im DACH-Raum von US-amerikanischen Vorbildern?

Im DACH-Markt sind Datenschutzanforderungen nach DSGVO strenger, was Tracking und Retargeting einschränkt. Kaufentscheidungen werden stärker von Referenzen und inhaltlicher Glaubwürdigkeit beeinflusst als von Preis allein. Das Buying Committee ist oft kleiner als in US-Enterprise-Kontexten, aber die Entscheidungszyklen sind vergleichbar lang. Weniger Volumen bedeutet: Jeder Kontakt im Funnel zählt mehr, und die Inhaltstiefe muss entsprechend höher sein.

Welche Inhalte funktionieren in Phase 2 am besten für B2B-Softwareunternehmen?

Frameworks mit eigenem Namen funktionieren sehr gut, weil sie dein Denken in die Sprache des Käufers übersetzen. Konkret: ein Prozessmodell mit 3–5 benannten Schritten, das das Problem systematisch adressiert und nach deiner Methodik benannt ist. Webinare, in denen das Framework live angewendet wird, und E-Mail-Kurse, die jeden Schritt einzeln erklären, verlängern den Kontakt und erhöhen das Lead-Scoring-Gewicht deutlich.

Ein vollständiger Demand-Gen-Funnel braucht Zeit und Konsistenz – aber er verändert, wie potenzielle Käufer dein Unternehmen wahrnehmen, lange bevor sie anfangen zu vergleichen. Wer das Tagging-System, das Lead-Scoring-Modell und die drei Kern-Automationen sauber aufsetzt, hat eine Infrastruktur, die sich mit jeder neuen Content-Einheit verbessert. Wer dabei den technischen Aufbau in ActiveCampaign nicht alleine angehen möchte, findet im ActiveCampaign-Support von Advertal direkten Einstieg mit deutschsprachigem Support.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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